Das Drehmoment: einfach erklärt

Das Drehmoment: einfach erklärt

Welche Bedeutung hat das Drehmoment und wie wirkt er sich auf die Anwendung des Akkuschraubers aus? Jetzt erfahren!

29.03.2021Bei den Leistungsangaben eines Akkuschraubers sind verschiedene Leistungsangaben zu finden: die Drehzahl und das Drehmoment. Viele Anwender gehen davon aus, dass hierbei insbesondere auf eine hohe Drehzahl zu achten ist. Dieser Wert ist für eine effiziente Arbeitsweise zwar ebenfalls von Bedeutung. Wesentlich wichtiger ist jedoch das Drehmoment des Geräts. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Bedeutung dieses hat.

Drehmoment und Drehzahl: die entscheidenden Aspekte einer Drehbewegung

Drehmoment
Die Drehzahl – gemessen in Umdrehungen pro Minute – gibt an, wie schnell sich das Bohrfutter des Geräts dreht. Dieser Wert ist wichtig, um Schraub- und Bohrarbeiten mit hoher Effizienz zu erledigen. Allerdings ist es bei vielen Werkstoffen nicht möglich, mit einer allzu hohen Drehzahl zu arbeiten. Daher liegt der entsprechende Wert selbst bei sehr hochwertigen Geräten kaum deutlich über 2.000 U/min.

Wesentlich wichtiger bei der Auswahl ist daher das Drehmoment. Dieser Wert wird in Newtonmetern (Nm) gemessen und gibt an, wie hoch die Kraft bei der Drehbewegung ist. Wenn Sie beispielsweise eine dicke Schraube in ein hartes Holz eindrehen möchten, kommen dabei Akkuschrauber mit geringem Drehmoment schnell an ihre Grenzen. Aufgrund der geringen Kraft der Drehbewegung wird diese stark verlangsamt oder kommt sogar komplett zum Stillstand. Geräte mit hohem Drehmoment meistern jedoch auch diese Aufgabe.

Hartes und weiches Drehmoment: Worin bestehen die Unterschiede?

Bei Akkuschraubern sind stets zwei Werte für das Drehmoment angegeben: hart und weich. Diese beziehen sich auf den Schraubfall.
Kurz und knapp:
Ein weiches Drehmoment steigt langsam aber kontinuierlich an. Ein hartes Drehmoment steigt abrupt und steil an.
Bei einem harten Schraubfall ist die Kraft sehr plötzlich erforderlich. Wenn Sie beispielsweise eine Schraube mit metrischem Gewinde in ein Bauteil aus Metall eindrehen, in das bereits ein entsprechendes Gewinde geschnitten ist, ist der Widerstand dabei zunächst nur sehr gering. Wenn der Schraubenkopf nun auf den Untergrund trifft, wirken jedoch plötzlich sehr starke Kräfte.

Beim weichen Schraubfall kommt es hingegen zu einem kontinuierlichen Anstieg der Kraft. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie eine Schraube in Holz oder in eine Gipskartonplatte eindrehen. Im weichen Schraubfall erreicht das Drehmoment bei der Verwendung des gleichen Geräts nur einen deutlich geringeren Wert als im harten Schraubfall.
Wann welches Drehmoment zum Einsatz kommt, hängt vom Material ab, welches bearbeitet werden soll.
➔ weiches Material = weiches Drehmoment
➔ hartes Material = hartes Drehmoment
Der Makita DDF483 weist beispielsweise ein weiches Drehmoment von 21 Nm und ein hartes Drehmoment von 40 Nm auf. Beim DDF481 weisen die Werte mit 60 Nm (weich) und 115 Nm (hart) ebenfalls erhebliche Unterschiede auf.

Reifenwechsel: keine Aufgabe für gewöhnliche Akkuschrauber

Reifenwechsel SchlagschrauberBeim Reifenwechsel werden starke Werkzeuge gebraucht. Hier kommt es vor allem auf das richtige Drehmoment an.
Viele Anwender würden den Akkuschrauber gerne zum Reifenwechsel verwenden. Allerdings ist hierbei selbst bei Kleinwagen ein Drehmoment von mindestens 80 Nm erforderlich. Die meisten Akkuschrauber erreichen diesen Wert nicht. Bei größeren Fahrzeugen steigt der Wert sogar auf bis zu 200 Nm an.

Dabei stoßen selbst extrem kraftvolle Geräte wie der eben vorgestellte DDF481 an ihre Grenzen. Daher ist es für diese Aufgaben sinnvoll, einen sogenannten Drehschlagschrauber zu verwenden – wie etwa den DTD153 von Makita. Dieser erzeugt eine pulsierende Bewegung, die sich bei den einzelnen Schlägen durch ein extrem hohes Drehmoment auszeichnet. Bei diesem Gerät liegt der Wert bei bis zu 170 Nm. Daher können Sie es bei fast allen Autos zum Reifenwechsel einsetzen.

Fazit: Das Drehmoment ist der entscheidende Wert beim Kauf eines Akkuschraubers

Das Drehmoment gibt an, mit welcher Kraft ein Akkuschrauber die Drehbewegung ausführt. Es stellt den entscheidenden Wert bei der Auswahl des Geräts dar. Insbesondere wenn Sie anspruchsvolle Verschraubungen erstellen wollen, sollten Sie auf ein hohes Drehmoment achten. Für Aufgaben, in denen eine besonders hohe Kraft erforderlich ist, bietet sich die Verwendung eines Drehschlagschraubers an.
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