Wie lange halten Autoreifen und kann ich sie selber wechseln?

Wie lange halten Autoreifen und kann ich sie selber wechseln?

Wie lange sind Autoreifen haltbar, was kostet ein Reifenwechsel und können Sie die Reifen selber wechseln? Hier finden Sie Antworten.
(Bild: l i g h t p o e t/Shutterstock.com)

15.02.2021Um die Sicherheit bei der Fahrt im Auto nicht zu beeinträchtigen, ist es wichtig, dass sich die Reifen in einwandfreiem Zustand befinden. Daher ist hierbei eine regelmäßige Kontrolle unverzichtbar.

Dabei sollten Sie zum einen darauf achten, wie alt die Reifen bereits sind. Zum anderen sollten Sie das Profil kontrollieren. Stellt sich dabei heraus, dass Sie einen neuen Reifen benötigen, können Sie diesen jedoch in der Regel selbst wechseln. Hier erfahren Sie wissenswerte Details rund um die Lebensdauer und den Wechsel der Autoreifen.

Die Haltbarkeit der Reifen

Das Material, aus dem der Reifen besteht, wird im Laufe der Jahre spröde und brüchig. Das kann die Sicherheit gefährden. Daher ist es wichtig, keine zu alten Reifen zu verwenden. Die Haltbarkeit eines Reifens ist jedoch recht umstritten.

Viele Experten sind der Meinung, dass spätestens nach sechs Jahren ein neuer Reifen erforderlich ist. Andere Stimmen besagen hingegen, dass Sie Qualitätsreifen auch acht bis zehn Jahre nutzen können. Auf jeden Fall ist hierbei eine regelmäßige Kontrolle notwendig, um den Zustand zu überprüfen. Wenn Sie Ganzjahresreifen verwenden, müssen Sie diese übrigens noch etwas häufiger erneuern, da hierbei die Alterungserscheinungen stärker sind.
Haltbarkeit nach AlterHaltbarkeit nach Profil
max. 6-10 Jahre mind. 1,6 mm

Das Profil beachten

Reifenprofil überprüfenUm sicher mit dem Auto unterwegs zu sein, sollten Sie regelmäßig die Profiltiefe der Reifen überprüfen.
(Bild: PPC Photography Cologne/Shutterstock.com)
Besonders wichtig ist es, auf das Profil zu achten. Wenn die Reifen abgefahren sind, führt das zu einer erheblichen Gefährdung. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass die Profiltiefe mindestens 1,6 mm betragen muss. Daher sollten Sie diesen Wert mit einem Profilmesser regelmäßig kontrollieren und die Reifen rechtzeitig ersetzen. Sonst drohen erhebliche Bußgelder.

Dieser Mindestwert gilt sowohl für Sommer-, Winter- als auch für Allwetter- bzw. Ganzjahresreifen. Es ist jedoch erwiesen, dass bei Winterreifen die Wintereigenschaften unter 4 mm Profiltiefe stark nachlassen. Daher sollten Sie bei solchen Rädern schon eher einen Reifenwechsel in Betracht ziehen.

Die Kosten für den Reifenwechsel

Die Kosten für den Reifenwechsel können ganz unterschiedlich sein. Wenn Sie neue Reifen kaufen, müssen Sie diese beispielsweise auf die Felgen aufziehen und anschließend auswuchten. Das bringt einen erheblichen Arbeitsaufwand mit sich und führt daher zu höheren Kosten von mindestens 70 Euro aufwärts.

Wenn der Reifen hingegen bereits auf die Felge aufgezogen und ausgewuchtet ist, ist diese Aufgabe schnell erledigt. Offiziell wird dann nicht mehr von einem Reifen- sondern einem Radwechsel gesprochen. In diesem Fall berechnen die meisten Werkstätten zwischen 20 und 40 Euro für diese Aufgabe, wenn Sie alle vier Räder wechseln lassen.

Reifen selbst wechseln: So gehen Sie vor

Um etwas Geld zu sparen, können Sie die Reifen auch selbst wechseln – allerdings nur dann, wenn diese bereits auf die Felge aufgezogen und ausgewuchtet sind. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie diese Aufgabe einem Fachbetrieb überlassen.
Diese Werkzeuge helfen Ihnen beim Reifenwechsel
Wagenheber
Radkreuz
Drehmomentschlüssel
Schlagschrauber

1. Schritt: Fahrzeug vorbereiten

Um die Autoreifen bzw. -räder zu wechseln, müssen Sie zunächst die Handbremse anziehen, den ersten Gang einlegen und anschließend das Fahrzeug mit einem Wagenheber auf die richtige Höhe bringen.

2. Schritt: Radbolzen bzw. -muttern lösen

Nun müssen Sie die Schrauben lösen, welche in der Regel sehr fest sitzen. Hierfür können Sie ein Radkreuz verwenden, jedoch ist dies mit einer hohen körperlichen Anstrengung verbunden. Es empfiehlt sich in diesem Fall, mit einem Elektrogerät zu arbeiten. Mit einem gewöhnlichen Akkuschrauber kommen Sie hierbei jedoch nicht ans Ziel.

Besser ist es, einen Schlagschrauber zu verwenden – wie etwa dem Bosch GDS 18V-1050 H Professional. Dieser führt eine pulsierende Bewegung durch und erzeugt dabei ein Drehmoment von bis zu 1050 Nm. Damit lösen Sie selbst die hartnäckigsten Muttern im Handumdrehen.

3. Schritt: Rad wechseln und anziehen

Anschließend müssen Sie das Rad auswechseln und die Radmuttern bzw. -bolzen (je nach Fahrzeugtyp) zunächst mit einem Radkreuz handfest anziehen. Alternativ können Sie auch einen Ratschenschrauber oder Schlagschrauber zu Hilfe nehmen. Dabei sollten Sie aber nicht zu fest anziehen und die Herstellerangaben des Fahrzeugs beachten, denn in der Regel darf hierbei ein Drehmoment von 90-200 Nm nicht überschritten werden. Senken Sie das Fahrzeug daraufhin ab und ziehen Sie die Schrauben mit einem Drehmomentschlüssel fest.

Nach spätestens 50 gefahrenen Kilometern sollten Sie die Radmuttern noch einmal auf einen festen Sitz kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen.

Bosch GDS 18V-1050 H SchlagbohrschrauberNeue Reifen sollten stets von einer Werkstatt aufgezogen werden. Die Räder an sich können Sie aber auch einfach selbst wechseln. Mit dem richtigen Werkzeug ist das kein Problem.

Fazit: Reifen schnell und einfach selbst wechseln

Ein regelmäßiger Reifenwechsel ist unverzichtbar, um die Sicherheit im Straßenverkehr nicht zu gefährden. Falls die Reifen bereits ausgewuchtet und auf die Felge aufgezogen sind, erledigen Sie diese Aufgabe auch problemlos selbst. Wenn Sie hierbei Wert auf einen hohen Arbeitskomfort legen, empfiehlt es sich, hierfür einen kraftvollen Schlagschrauber zu verwenden.
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